Johann Rebitzer

Johann Rebitzer, der Vater von Erich, wurde am 17. Juli 1897 im Dorf Neubäu (Novosedly) im Böhmerwald, Kreis Bischofteinitz, als uneheliches Kind der Margarete Rebitzer geboren. Er besuchte dort vier Jahre die Volksschule, danach in Deutschland, da seine Mutter aus Böhmen dorthin gegangen war, 4 Klassen Bürgerschule und drei Jahre Gewerbeschule.

Er war im Ersten Weltkrieg mehr als zwei Jahre an der Front und erhielt das Karl-Truppenkreuz und die Tapferkeitsmedaille in Bronze.

Von Jänner 1919 bis Juli 1924 war er in Österreich Gendarmeriebeamter. Weshalb er entlassen wurde, ist nicht bekannt. Er arbeitete danach als Buchhalter bzw. Handelsvertreter.

Im August 1921 heiratete er in Absdorf Therese Fochler, 1924 kam die Tochter Charlotte, 1926 der Sohn Erich zur Welt.

Die Ehe ging 1927 in Brüche, man trennte sich einvernehmlich, Therese zog mit den Kindern zu ihrer Familie, Johann für zwei Jahre zu seiner Mutter nach Sachsen. Dort trat er der Organisation „Stahlhelm“ bei, die später unter Hitler 1933 in die SA integriert wurde.

1929 kam er zurück nach Österreich, 1930 musste er wegen einer nichtpolitischen Tat drei Monate ins Gefängnis. 1932 und 1933 war er arbeitslos. In dieser Zeit trat er in die NSDAP-Ortsgruppe Höflein ein und wurde SA-Mann.

Als er im Dezember 1934, angeblich wegen NS-Betätigung, für drei Wochen ins Gefängnis sollte, flüchtete er über Gmünd und Voitersreuth (heute Vojtanov) ins Deutsche Reich nach Werdau, wo seine Mutter als Invalidenrentnerin lebte. Für kurze Zeit war er auch im „Haus der Österreicher“ in München. Er wurde als Flüchtling anerkannt und bekam 1935 ein sogenanntes Existenzgründungsdarlehen, dennoch dürfte er in sehr prekären Verhältnissen gelebt haben. 1936, im Mai, bekam er ein Schreiben, dass seine beiden Kinder für die Einbürgerung in Deutschland nicht in Betracht kommen. Anscheinend wollte er sie zu sich holen.

Im Juni 1938, zurück in Österreich, stellte er in Kritzendorf einen Antrag auf Feststellung seiner Mitgliedschaft bei der NSDAP. Er bekam die Mitgliedsnummer 6 264 796. Das NSDAP Flüchtlingshilfswerk in Berlin erließ ihm die volle Darlehensschuld, um ihm einen schuldenfreien Start in der Heimat zu ermöglichen.

In den Kriegsjahren kam es laut Erich einmal zu einem Kontakt mit seinem Sohn.

1941 siedelte er von Kritzendorf nach St. Andrä-Wördern in die Greifensteinergasse 46. Nachdem er schon 1939 nach deutschem Recht geschieden worden war, heiratete er in Wördern ein zweites Mal.

Über seinen weiteren Lebenslauf ist nichts bekannt. Insbesondere wäre interessant, ob er in Österreich bleiben konnte, da er wegen seiner Österreich-feindlichen Tätigkeit in Deutschland seiner Österreichischen Staatsbürgerschaft für verlustig erklärt worden war.