Helmut Hofmann

Helmut wurde am 15. November 1925 in Hollabrunn als Sohn des Gendarmeriebeamten Karl Hofmann und seiner Frau Maria (geb. Schnaubelt) geboren. Beide waren katholisch und stammten aus Schlesien. 1948, als in Göllersdorf die Müllersfamilie ermordet wurde, war Helmut erst 22 Jahre alt.

Er studierte gerade Medizin in Wien und war bereits mit Anni, der Tochter von Eduard und Anna Fochler, verlobt. Sein Vater war bereits Bezirkskommandant der Gendarmerie. Die Familie wohnte in Stockerau. Vorher, bis 1939, lebten sie zwischendurch in Göllersdorf, weil der Vater dort Ortskommandant war. Erich kannte Helmut aus dieser Zeit - wahrscheinlich waren sie gemeinsam in der Volksschule - und konnte ihn schon damals nicht leiden.

Er wurde am Mordwochenende von Anni der Tante Mitzi erstmals vorgestellt. Ungefähr eine Stunde war er am Sonntagnachmittag in der Müllersstube und spielte mit dem kleinen Franzi. Er bat Maria Fochler um Mehl, das ihm diese unentgeltlich überließ. Etwa um 19:00 Uhr verabschiedete er sich und ging zu seinem Quartier bei Frau Karasek, welche in einem Haus wohnte, in dem früher auch die Hofmann gewohnt haben. Am nächsten Morgen traf er sich ganz zeitig mit Anni Fochler und fuhr mit ihr mit dem Frühzug nach Wien. Vom Mord erfuhr er aus der Zeitung.

In der Zeit nach dem Mord engagierte sich Hofmann sehr für die Familie seiner Verlobten. Als ihr Vater Eduard, aber auch Erich und Therese Rebitzer wegen des Diebstahls von Werkzeugen in Untersuchungshaft gekommen waren, versteckte er im Sommer 1949 für Eduard Fochler eine Kassette mit Geld und Schuldscheinen bei sich zu Hause. Diese Kassette war vorher im Getreidesilo verborgen gewesen und sollte wohl nicht von der Kriminalpolizei gefunden werden. Beim Prozess im Oktober 1950 sagte er, dass Charlotte Rebitzer damals gewusst habe, wo sie versteckt war.

Im Herbst 1949 wurde Charlotte wegen des Verdachts der Beihilfe zu Mord verhaftet. Bei einem Verhör verriet sie Helmut Hofmann bei der Polizei. Der Untersuchungsrichter verlangte daraufhin eine Hausdurchsuchung bei Hofmann, doch der konnte diese vermeiden, indem er im Mai 1950 zusammen mit seiner Verlobten Anni mit der Kassette bei der Polizei auftauchte. Anni hatte gleich auch den Schlüssel zum Öffnen des Kästchens mit. Hofmann entschuldigte seine Mithilfe bei der Unterschlagung von Beweismitteln damit, dass er dachte, er habe die Kassette vor den „Russen“ verstecken müssen. So sei ihm das damals gesagt worden. Belangt wurde er nicht für dieses Vergehen, vielleicht war dabei hilfreich, dass sein Vater Gendarmeriekommandant war.

Zuvor, im September 1949, schickte Erich, der damals wegen der verschwundenen Maschinen in Haft war, über einen Häftling, der entlassen wurde, eine Nachricht in die Mühle: Unter dem Kasten am Dachboden sollen Patronen liegen. Hofmann schaute nach, fand nach eigenen Aussagen nur ein Kuvert mit fast wertlosen Ringen und Uhrketten.

Im Oktober 1950 wurde Erich Rebitzer wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, Therese Rebitzer ging nach Wien.

Im November 1951 starb Annis Vater, Eduard Fochler. Sie erbte von ihm den halben Anteil an der Mühle, die Rebitzer wurden ausgezahlt. Anni Fochler war mit 23 Jahren die Alleineigentümerin. 
Helmut Hofmann gab sein Studium auf und arbeitete für die Mühle. 1952 wurde geheiratet. Gemeinsam modernisierten Helmut und Anna Hofmann die Mühle, errichteten Getreidesilos und stiegen in den Getreide- und Futtermittelhandel ein.

Zwei Söhne wurden geboren. Einer der beiden, Andreas, starb im Alter von fünf Jahren 1973 bei einem schrecklichen Elektrounfall. Der zweite ließ Göllersdorf weit hinter sich und zog nach Thailand.

1985 wurde der Betrieb geschlossen, die Hofmanns gingen in Pension. Sie verpachteten die Silos an das Lagerhaus.

Helmut Hofmann starb am 20. März 2019 mit 93 Jahren. Er war 66 Jahre mit Anni verheiratet gewesen.

Er hat wohl nie erfahren, was Erich Rebitzer bei seiner Befragung durch Ministerialrat Dr. Formanek vom Justizministerium 1959 in Stein, auf die Frage, wen er als den Mörder der Fochlerfamilie verdächtige, gesagt hat: „Die Möglichkeit ist nur der Rath oder der Hofmann. Durch die Zeugenaussagen bin ich dahin gebracht worden.